RESISTANCE Through Their Eyes

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Einführung

Willkommen in der Ausstellung „Resistance Through Their Eyes”, die unterschiedliche Lebensberichte aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Widerstandsbewegungen entstanden als Reaktion auf die repressive nationalsozialistische und sowjetische Besatzung und ihrer Zusammenarbeit mit lokalen Regierungen sowie als Reaktion auf die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland.

Die Ausstellung zeigt die Vielschichtigkeit des Widerstands in ganz Europa. Sie veranschaulicht Möglichkeiten des Widerstands unter den Bedingungen von Diktatur, Besatzung und lokaler Kollaboration mit nationalsozialistischen bzw. sowjetischen Besatzern. In einigen Regionen brachen aufgrund von konkurrierenden Ideologien Bürgerkriege aus, die die Bemühungen des Widerstands erschwerten. In Deutschland richtete sich der Widerstand gegen die Diktatur, ihre Unterstützer und untätigen Mitläufer.

Der Widerstand nahm verschiedene Formen an: Einige entschieden sich für den bewaffneten Widerstand, beteiligten sich an Partisanenkämpfen und Sabotageakten. Andere leisteten Widerstand mit gewaltlosen Mitteln. Sie halfen Menschen sich zu verstecken, arbeiteten für die illegale Presse, verteilten Flugblätter oder fälschten Dokumente. Anhand von Biografien aus den Niederlanden, Italien, Polen und Deutschland vermittelt die Ausstellung einen Eindruck von der spezifischen politischen Situation in diesen vier Ländern und bietet eine vergleichende Darstellung von Widerstand in Europa.

In der Ausstellung lernen Sie 32 Biografien von Menschen kennen, die bei allen Unterschieden in Alter oder Herkunft eines gemeinsam hatten: Mut und Bereitschaft zu handeln. Es wird deutlich, was passiert, wenn Freiheit und Demokratie aufgegeben werden und totalitäre Regime die Kontrolle übernehmen. Ziel dieser Ausstellung ist es, zum Nachdenken anzuregen und zu einem tieferen Verständnis beizutragen, wozu Unterdrückung politischer Gegner, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Intoleranz führen. Es liegt in unserer Verantwortung, unsere freie und demokratische Lebensweise zu schützen. Mut und Einsatz jener, die während des Zweiten Weltkrieges Widerstand geleistet haben, dürfen nicht vergessen werden!

Wir laden Sie ein, den Widerstand durch die Augen dieser Menschen zu entdecken.

Widerstand in den vier Ländern

Die in dieser Ausstellung präsentierten Biographien sind in einen breiteren historischen Kontext eingebettet, der für das Verständnis der Bedingungen, unter denen Widerstand geleistet werden konnte, unerlässlich ist. Diese Einführung soll einen Einblick in diese schwierigen Zeiten aus verschiedenen nationalen Perspektiven geben.

Diese Ausstellung erzählt Widerstandsgeschichten aus den Niederlanden, Italien, Polen und Deutschland. Die Bedingungen, unter denen Widerstand geleistet werden konnte, unterscheiden sich von Land zu Land.

Der polnische Widerstand entstand 1939 in den ersten Wochen des Krieges, nach der Besetzung Polens durch NS-Deutschland und die Sowjetunion. Zunächst bildeten sich kleine lokale widerständige Organisationen. Diese leisteten hauptsächlich bewaffneten Widerstand, einige organisierten jedoch auch illegale Bildungsmaßnahmen oder halfen Juden. Im Laufe der Zeit schlossen sich viele dieser Gruppen mit der polnische Exilregierung in London zusammen. So entstand der “polnische Untergrundstaat” mit einer Untergrund-Regierung, einem Parlament und der “Armia Krajowa” (Heimatarmee), die zur größten bewaffneten Widerstandseinheit im vom NS-Regime besetzten Europa wurde.

Die Niederlande wurden im Mai 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. In den relativ dicht besiedelten Niederlanden war bewaffneter Widerstand äußerst schwierig. Illegale Zeitungen riefen zum Widerstand auf. Mit dem Beginn der Deportationen von Juden 1942 entstanden kleine Gruppen, die Untergetauchten halfen. Diese Gruppen begannen landesweit zusammenzuarbeiten, als junge niederländische Männer ab Mai 1943 zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt wurden. Es gab auch einen bewaffneten Zweig des Widerstands, der Lebensmittelmarken erbeutete, Bevölkerungsregister zerstörte und Verräter erschoss.

In Italien begann der Widerstand gegen Mussolinis faschistisches Regime bereits in den 1920er Jahren; er wurde mit großer Härte verfolgt: Antifaschistinnen und Antifaschisten wurden verhaftet, interniert, ins Exil oder in den Untergrund gezwungen. Während des Zweiten Weltkrieges war Italien mit Deutschland verbündet. Am 8. September 1943 kapitulierte Italien und schloss einen Waffenstillstand mit den Alliierten. In der Folge besetzte die deutsche Wehrmacht Norditalien und der Widerstand richtete sich nun gegen die nationalsozialistische Besatzung: mit bewaffnetem Kampf, Sabotage, Guerillakrieg, aber auch mittels illegaler Presse und geheimer Kommunikation zwischen verschiedenen Widerstandsgruppen. Einige antifaschistische Kräfte bildeten das „Nationale Befreiungskomitee“, das die Widerstandsaktionen koordinierte. Der Widerstand wurde brutal bekämpft, mit Hinrichtungen, Deportationen von Widerständigen, Razzien und Massakern an der Zivilbevölkerung.

In Deutschland war der Widerstand gegen den Nationalsozialismus vielfältig. Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung und verschiedener politischer Richtungen beteiligten sich daran; zahlenmäßig waren es jedoch nicht viele. Die Formen des Widerstands ab 1933 zeigen die Handlungsmöglichkeiten von Einzelnen und Gruppen unter den Bedingungen der Diktatur: sie umfassten aktives non-konformes Verhalten, Hilfe für Verfolgte, Flugblattaktionen zur Aufklärung der Bevölkerung und mit Aufrufen zum Widerstand sowie Attentate und Umsturzversuche. Akteure des Widerstands wurden stets mit großer Härte verfolgt, in Konzentrationslagern und Gefängnissen interniert, viele von ihnen wurden ermordet. Auch deshalb entwickelte sich keine deutschlandweite Widerstandsbewegung.

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